Energieagentur Ebersberg - München

Klimaschutzbildung in den Landkreisen

Klimaschutzbildung im Landkreis München

29++ Klimaschutzbildung

Mit dem Projekt 29++ Klima. Energie. Initiative. hat sich der Landkreis München das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen von durchschnittlich 13 Tonnen auf rund sechs Tonnen pro Kopf zu reduzieren. Um diese Ausgestaltung einer klimafreundlichen Zukunft zu erreichen, sollen insbesondere Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz begeistert werden.

Nah dran an dieser Zielgruppe bringt das Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck des Kreisjugendring München-Land seit Februar 2017 seine langjährigen Erfahrungen in Umweltbildung, Kooperation und Vernetzung in das Projekt 29++ Klima. Energie. Initiative. ein.

Klimaschutzbildung im Landkreis Ebersberg

EbersbergerKlimaSchulen

Um den Klima- und Umweltschutz als selbstverständlich in den Alltag von Kindern und Jugendlichen zu integrieren wurde das Projekt „EbersbergerKlimaSchulen" ins Leben gerufen.

Die EbersbergerKlimaSchulen sind ein gefördertes Projekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Das Projekt verfolgt das Ziel, für den Umgang mit Ressourcen, insbesondere für den Umgang mit Energie zu sensibilisieren. Reduzierung von Energieverbrauch an Schulen und zu Hause sollen durch Verhaltensänderung der Schülerinnen und Schüler erreicht werden.
 
In einem kontinuierlichen Prozess der Optimierung ist beabsichtigt, die Klimaschutz-Bilanz der Schule in Form von Energieeinsparung und der Verminderung des CO2-Fußabdrucks in allen Aktionsfeldern (Energie, Ernährung, Mobilität, Sachmittel) zu verbessern. 

In 9 Schritten macht sich eine Klimaschule auf den Weg, um zum „Leuchtturm" für die Energiewende und zu einem wesentlichen Multiplikator für mehr Klimaschutz im Landkreis zu werden. 

1. Wir werden Klimaschule! 
Schulleitung, ggf. Geschäftsführung, Lehrer der Schule und der Sachaufwandsträger entscheiden, dass die Schule „Klimaschule" werden soll.

2. Team Energie
Eine Klimaschule braucht den Rückhalt der ganzen Schulgemeinschaft, aber auch einen starken „Motor". Daher wird der Prozess gesteuert durch ein gewähltes „Team Energie", dem normalerweise Schulleitung, ggf. Geschäftsführung und Umweltbeauftragte der Schule, in vielen Fällen auch Vertreter der SMV und des Elternbeirats angehören. 

3. Vertrag
Zwischen der Energieagentur Ebersberg-München und dem Sachaufwandsträger – unter Einbeziehung der Schulleitung wird ein Vertrag geschlossen. Dieser regelt die finanziellen Konditionen bzw. die Unterstützung der Schule durch die Energieagentur
 
4. Technik-Check und Energieberatung der Schule
In einem ersten Schritt wird durch die Energieberater der Energieagentur Ebersberg-München ein Technik-Check von Haustechnik, Heizung und Gebäude vorgenommen. Der Hausmeister ist einbezogen, Schwachstellen werden identifiziert und Verbesserungspotenzial mit dem Sachaufwandsträger besprochen. Die Energieagentur steht als Anlaufstelle in allen Fragen für den Umwelt- und Klimaschutz bereit.
 
5. Energiewende in der Box: Ausbildung von Energiescouts
Die Ausbildung von sogn. „Energiescouts" sind dabei eine feste Säule des Projektes. Aus den Jgst. 3/4 bzw. 5/6 werden pro Klasse zwei bis vier SchülerInnen als Energiescouts gewählt. In einen handlungsorientierten Workshop mit 5 Stationen erwerben die SchüerInnen Wissen zu verschiedenen Themen. Im Experiment können Sie Wissen vertiefen und handelnd nachvollziehen: „Energiewende in der Box!"
  • Klimawandel
    Kann man den Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg und Erhöhung der CO2-Konzentration messen?
  • Heizen und Lüften
    Wie schnell kühlt ein Raum durch falsches Lüften ab? Wie stark erhöht sich die CO2-Konzentration in einem Klassenzimmer, wenn die Fenster geschlossenen sind?
  • Beleuchtung
    Was ist heller? Eine LED oder eine Halogenlampe? Welche Leuchtmittel verbrauchen die wenigste Energie?
  • Elektrische Geräte
    Wie viel Energie verbraucht ein Wasserkocher im Unterschied zu einem Föhn?
  • Wasser
    Wie reduziert ein Wasserstrahlregler den Wasserverbrauch? 
Nach der Ausbildung verbreiten die Schüler ihr Wissen als  Multiplikatoren in ihrer Klasse. Sie unterstützen und initiieren Aktionen für mehr Klimaschutz an der Schule. Leicht umsetzbare Tipps – was jeder Schüler im Schulalltag oder zu Hause tun kann, motivieren für mehr Klimaschutz an der Schule.
 
6. Vertiefende Projekte
Mit verschiedenen Aktionen und Einbindung des Umwelt- und Klimaschutzes in den Unterricht wird das Thema nachhaltig in den Schulalltag integriert, z.B. 
  • SmartPhone oder Fairphone?
  • Kleiderrausch und FairFashion 
  • Plastik – Fluch und Segen
  • Bienen als Bio-Indikatoren für den Klimawandel
  • Kampagnentag für mehr Klimaschutz an deiner Schule
  • Energiespardorf – Planspiel für die Energiewende in einer Gemeinde
7. Auszeichnung und Prämienverleihung
In einer feierlichen Veranstaltung werden neue Klimaschulen öffentlich ausgezeichnet. Bereits aktive Klimaschulen stellen wesentliche Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz sowie ihr lokales Engagement für die Energiewende im Landkreis vor. Sie erhalten je nach Umfang der Projekte eine Prämie zur Würdigung ihrer Aktivitäten und zur weiteren Unterstützung auf dem Weg als Klimaschule.

8. Klimaschutz im Schul-Curriculum
Im Laufe der Jahre erarbeiten Fachschaften ein eigenständiges Klimaschutz-Curriculum, das die staatlichen Lehrpläne systematisch um Lehr-Lerninhalte und Kompetenzen rund um dem Klimaschutz erweitert und ergänzt. Projekte und fachübergreifende Zusammenarbeit zum Thema Klimaschutz und Energie erhalten einen festen Platz in der Jahresplanung der Schule. 

9. Klimaschutzplan 
Um im Laufe der Zeit alle möglichen Handlungsfelder der Schule in die Optimierung der Klimaschutz-Bilanz einzubeziehen, wird mit Vertretern aus allen Bereichen der Schule ein Mehr-Jahresplan für Klimaschutzmaßnahmen der Schule erarbeitet. Die dort festgeschriebenen Ziele werden jährlich überprüft. Erfolge werden gewürdigt und ggf. neue Maßnahmen vereinbart.