Die Dezentralität als Chance

01.12.2020 | Rückblick auf das Fachgespräch Energiewende
Die Energiewende ist ein Geschenk. Weil sie dezentral angelegt ist und organisiert wird, ermöglicht sie die Stromproduktion in den Händen vieler: Kleinunternehmen, Bürger*innen oder Gemeinden – sie alle können in die Strom- und Wärmeversorgung einsteigen und sind weder abhängig vom guten Willen der exportierenden Länder fossiler Energieträger, noch von den wirtschaftlichen Interessen börsennotierter Großunternehmen. Das Ziel: Lokale Wertschöpfung statt Milliarden Importkosten für fossile Energieträger.
 
Welche Chancen die dezentrale Energiewende bietet – aber auch welche Hürden es noch auf dem zu einer gelungenen Umsetzung zu meistern gilt -, war Thema des Fachgesprächs Energiewende am Montag (30.11.).
 
Ursprünglich als erster Referent geplant, kam Florian Rothmosers Beitrag über die Firmengeschichte des lokalen Energieversorgers Rothmoser und dessen Engagement im Bereich der Energiewende aus technischen Gründen erst an einer späteren Stelle. Mit dem Rückblick in die eigene Familiengeschichte machte der junge Geschäftsführer deutlich, dass grüner Strom aus Wasserkraft seit dem 19. Jahrhundert an dem wirtschaftlichen Aufschwung bayerischer Gemeinden beteiligt ist.
 
Zugleich sieht Florian Rothmoser in der Kombination aller verfügbaren erneuerbarer Energien, dem Zukauf von Ökostrom-Anteilen aus der Überproduktion an anderer Stelle und dem Auf- und Ausbau von Nahwärmenetzen eine gute Möglichkeit, um Kommunen wie die Stadt Grafing nachhaltig mit grüner Energie zu versorgen.
 
Ein Ziel, das auch das EBERwerk verfolgt. Doch anders als die Firma Rothmoser, die sich mit ihrer Energieversorgung auf eine Gemeinde konzentriert, verfolgt das von 19 Landkreisgemeinden getragene EBERwerk den Ansatz, gleich einen ganzen Landkreis mit Ökostrom zu versorgen. Für Geschäftsführer Markus Henle ein Ansatz, der sich vor allem dank der dezentralen Energiewende umsetzen lässt: Bedarfsgerecht können Anlangen gebaut werden, einzelne Stellschrauben zur Energieeinsparung in den Gemeinden (wie etwa die Straßenbeleuchtung) identifiziert und nachjustiert werden und zugleich können die Menschen genau sehen, woher der Strom eigentlich kommt, der aus ihrer Steckdose fließt.
 
Für Markus Henle ist genau das – die „höhere soziale Gerechtigkeit", wie er sagt – ein Argument für die Energiewende. Damit meint er, dass „wir unseren Energiebedarf von den Ressourcen decken, die wir bei uns gewinnen und dafür auch die ein oder andere Einschränkung in Kauf nehmen."
 
Es war einer der Sätze des Abends, in deren wenigen Worten viel Wahrheit steckte. Der Protest und die Verweigerungshaltung gegenüber den Quellen erneuerbarer Energien, wie etwa Windräder oder Freiflächen-PV, entstammt oft einer „not in my backyard"-Haltung: „Energiewende schön und gut, aber bitte nicht hier vor meiner Haustür, wo ich das sehen muss", könnte man auch sagen.
 
Doch die dezentrale Energiewende macht genau das: Sie demokratisiert die Auseinandersetzung mit der Herstellung des Stroms, den man selbst verbraucht. Das ist eine Revolution, die viel zu selten gewürdigt wird. Früher war das anders: Die Bürger*innen des Rheinlandes sind nicht gefragt worden, ob sie über ein Jahrhundert hinweg Dorf um Dorf opfern wollen, damit die weggebaggerte Heimat zu Strom verbrannt wird.
 
Heute aber können Bürger*innen sogar mitentscheiden, ob und wie viele Windräder, Freiflächen- oder Dach-PV-Anlagen sie gerne tragen wollen; Jeder ein Stück, das ist die große, faire Chance der dezentralen Energiewende. An diese Teilhabe erinnerte auch Lisa Rüttgers, als sie in ihrem Vortrag das Ratsbegehren ansprach, das im Mai kommenden Jahres klären soll, ob die Bürger*innen im Landkreis Ebersberg mit der Errichtung von fünf Windrädern im Forst einverstanden sind.
 
Die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, die im August die Nachfolge von Hans Gröbmayr antrat, machte deutlich, welche Änderungen darüber hinaus noch notwendig sind, wenn die Gesellschaft das Ziel der Klimaneutralität wirklich ernst nimmt: Ein völlig anderes Konsum- und Ernährungsverhalten, eine umgestaltete Mobilität – unterfüttert mit einer Studie des Wuppertal-Instituts zeigte sie, dass der radikale Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis da noch die kleinste Herausforderungen für die Bürger*innen sein dürfte.

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Doch diese Änderungen lassen sich nur realisieren, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, Überzeugungsarbeit leisten, niemanden zurücklassen und immer wieder in der Weltgemeinschaft denken, das waren Anregungen, die den Vortrag von Dr. Willie Stiehler, Geschäftsführer der Energieagentur Ebersberg-München gGmbH durchzogen.
 
Etwas mehr als zwei Stunden erzählten die Referent*innen ihre Visionen einer dezentralen Energiewende, gaben Hinweise, diskutierten über Hürden und zeigten aber auch die großen Chancen auf, die in dieser Energiewende liegen. Gut gefüllt mit Eindrücken, aber auch in den Kommentaren merklich nachdenklich gestimmt, verließen die rund 100 Teilnehmer*innen der Veranstaltung den digitalen Raum.
 
Die Präsentationen des Abends können Sie hier herunterladen:
Nicht alle Fragen konnten im Rahmen des Fachgesprächs hinreichend beantwortet werden. Einige Themen werden im Programm der Fachgespräche Energiewende für das zweite Halbjahr aufgegriffen. Im Folgenden möchten wir mit Unterstützung der Experten des Abends noch weitere Antworten nachreichen.
 
Wann wird die Treibhausgas-Bilanz 2018 fertig gestellt?
Die Treibhausgasbilanz für den Landkreis Ebersberg wird bis Ende des Jahres 2020 fertiggestellt und über die Homepage der Energieagentur veröffentlicht.
 
Wo kann man den Meilensteinplan des Kreises EBE einsehen?
 
Frage zum politischen Willen: Wie ist der Plan, die eingangs angesprochenen Defizite (Soll vs. Ist – Soll nur Strombereich!) auszugleichen? Gibt es einen Plan?
Der Meilensteinplan beschreibt den Weg, der (bilanziell) bis zum Jahr 2030 gegangen werden muss. Diesen in der Praxis umzusetzen ist möglich, wenn auch – insbesondere aufgrund des Zeithorizonts sowie aufgrund der politischen Rahmenbedingungen – ambitioniert. Letzten Endes ist die Transformation zu einer klimaneutralen Energieversorgung alternativlos. Die Politik im Landkreis Ebersberg hat bereits zahlreiche Weichen dafür gestellt, diese Ziele zu erreichen. Es sind in jüngster Zeit vermehrt entsprechende Aktivitäten der Kommunen zu verzeichnen, wie beispielsweise die Einstellung von Klimaschutzmanager*innen ein, die Ausrufung des Klimanotstandes, die Nutzung der Angebote der Energieagentur sowie das Verfolgen größerer Erneuerbaren-Energien-Projekte. Dem Ausgleich der bisher aufgelaufenen Defizite/ Planverfehlung kann nur ein kontinuierlicher Aufbau massiver Personalkapazitäten entgegenstehen, sei es in Kommunen, im Landratsamt oder in Unternehmen. Im schlimmsten Fall muss sich eine einzelne Person in einer großen Verwaltung darum kümmern, „die Welt zu retten".
 
Lässt die 10H-Regel überhaupt weitere Ausbaustandorte zu oder muss an dieser Stelle für die Windkraft zuerst eine Gesetzesänderung vorgenommen werden, um den Wind-Ausbau in Bayern zu retten?
Die Flächen für Windkraftanlagen unter Berücksichtigung der 10H-Abstandsregel im Landkreis Ebersberg sind minimal (s. diese Karte unter Konzentrationsflächenplanung).
Grundsätzlich ist es möglich, dass Gemeinden durch eine Bauleitplanung auch innerhalb von 10H genehmigen. Mehr Informationen dazu finden Sie in dem Ratgeber Kommunen auf Seite 18 (https://www.energieagentur-ebe-m.de/data/dokumente/flyer-ea/Fachinformation_Kommunen_final.pdf)
 
Gibt es im Haushaltsbereich schon Förderungen für Wasserstofftechnik?
Ja, z.B. das KfW-Programm 433 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle". Gerne können Sie für alle Fragen zu Energie und Förderung die kostenlose Energieimpulsberatung der Energieagentur nutzen. Mehr zu unseren Beratungsmöglichkeiten finden Sie hier.
 
Warum wäre ein weiterer Sektorenausbau von Biomasse im Landkreis nicht mehr möglich? Können nicht mehr Biogasanlagen gebaut werden?
Beim Ausbau der Nutzung von Biomasse im Energiesektor muss stets berücksichtigt werden, dass diese in Konkurrenz zur stofflichen Nutzung und der Nahrungsmittelproduktion (Teller-Tank-Debatte) steht. Sicherlich gibt es noch Potenzial im Landkreis, dieses ist aber vergleichsweise überschaubar. Zudem hat sich gezeigt, dass Wind- und Solarenergie der Biomasse in der Flächeneffizienz um ein Vielfaches überlegen sind. Dies gilt auch für die Umwandlung des Wind- und Solarstroms in chemische Energieträger wie Methan oder Wasserstoff. Aufgrund des enormen Flächenbedarfs kann die Anbaubiomasse auch künftig rein rechnerisch nur sehr gering zur Energieversorgung beitragen.
 
Alle Erneuerbaren Energien benötigen seltene Rohstoffe. Kupfer wird 2030/2040 nach Prognose von Wissenschaftlern nicht weiter abgebaut werden können. China baut unter menschenunwürdigen Bedingungen Graphit ab. Von der anderen Seite der Welt quasi, aus Chile oder Bolivien z.B. erhalten wir die Rohstoffe, die dann wiederum unter hoher CO2-emittierenden Transports bei uns verbaut werden. Wird unsere Energiewende auf Kosten der Ausbeutung von Mensch und Natur stattfinden? Auch wenn bei uns die CO2-Emissionen sinken, werden sie in anderen Teilen der Welt aufgrund unseres erneueren Energien-Ausbaus ansteigen. Wir brauchen auch Technik, die aus unseren Rohstoffen gebaut werden können, oder nicht?
Unser Lebensstil hat schon jetzt zur Folge, dass wir enorme Mengen an Rohstoffen und Energie aus der ganzen Welt benötigen. Die jetzt für erneuerbare Energien genutzten Quellen werden bereits seit Jahrzehnten genutzt. Rohstoffe und Energie stecken in jedem Elektrogerät, in privaten (Verbrenner- und Elektro-)PKWs und in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Baustoffen, Kraftwerken, Rechenzentren usw. An einer Reduzierung des Bedarfs wird immer weitergearbeitet (z.B. Tesla Model S), gleiches gilt für die bereits hohe Recyclebarkeit. Selbstverständlich muss das Ziel sein, Arbeitsbedingungen überall auf der Welt menschenwürdig zu gestalten und Umweltschäden zu minimieren. Eine Chance der Energiewende kann die fairere Verteilung des Wohlstandes sein sowie die maßgebliche Reduzierung von Umweltauswirkungen. Durch den Einsatz von Öl, Gas und Kohle ist die gerechte Verteilung jedenfalls nicht gelungen, die längst überfällige Diskussion um die Rohstoffgewinnung im Kontext der Energiewende stoßen jetzt viele Veränderungen an.
 
Ist es denn realistisch den ganzen Altbestand an Bebauung auch auf EE im Wärmebereich umzurüsten? Gibt es Förderprogramme f. private Haushalte? Welche Anreize kann es für private Haushalte geben um das eigene Haus umzurüsten? Und wie aufwendig ist es von z.B. Gas/Ölheizung auf anderes umzustellen?
Es ist sogar unumgänglich, auch im Wärmebereich konsequent auf erneuerbare Energien umzurüsten. Das kann keineswegs ausschließlich durch Biomasse erfolgen. Die Umrüstung wird aktuell erheblich vom BAFA gefördert. Gerne beraten wir Sie dazu.
Wie ist der ökologische Fußabdruck von Wärmepumpen unter Berücksichtigung der Herkunft des Stroms?
Einen wesentlichen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck einer Wärmepumpe hat die Jahresarbeitszahl (JAZ oder SCOP), ideal sind Werte von 4,0 oder höher. Luft-Wärmepumpen erreichen diesen Wert nur unter günstigen Umständen. Die JAZ gibt das für ein Jahr ermittelte Verhältnis von abgegebener Heizwärme (Heizarbeit) für die Heizung zu dem dazu erforderlichen Aufwand (Antriebsarbeit einschließlich Hilfsenergie) an. Bei elektrischen Wärmepumpen ist dies der erforderliche elektrische Strom. Beispielsweise bedeutet eine JAZ von 4,0 für eine elektrische Wärmepumpe, dass für die Bereitstellung von 4 Kilowattstunden (kWh) Heizwärme 1 kWh elektrischer Strom erforderlich ist. Je höher die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe ist, desto energieeffizienter, umweltfreundlicher und kostengünstiger arbeitet sie – und umgekehrt. Beachten Sie, dass die Angabe einer einzelnen Leistungszahl (COP) nicht ausreicht, da diese nur die (theoretische) Leistung der Wärmepumpe, nicht jedoch die weiteren Faktoren im laufenden Betrieb berücksichtigt.
Wichtig: Eine Wärmepumpenheizung eignet sich umso besser, je energieeffizienter das zu beheizende Gebäude ist. Ein optimiertes Heizungssystem und (idealer Weise) eine Fußbodenheizung sowie eine Gebäudehülle, die möglichst wenig Energieverluste verursacht, kommen einem günstigen und klimafreundlichen Betrieb entgegen.
Elektrische Wärmepumpen spielen ihre ökologischen Vorteile jedoch nur dann voll aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt und der Stromtarif wirklich echten Ökostrom bietet.
 
Welche Möglichkeiten, Anforderungen und Auflagen gibt es für den Einsatz von Kleinkraftanlagen bis 600 Watt?
Informationen zu Kleinkraftanlagen bis 600 Watt finden Sie in unserem Flyer. Das Thema Kleinkraftwerke steht im Mittelpunkt des Fachgesprächs Energiewende am 8. März 2021 um 19 Uhr. Alle Informationen und Link zur Anmeldung finden Sie hier.
 
Wie sind unter ökologischen Gesichtspunkten kleine Elektroautos im Gegensatz zu großen E-Autos zu bewerten?
Viele Fragen rund um Elektromobilität, die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien, Recycling, der Bedarf an Strom für die Elektrifizierung der PKWs werden kontrovers diskutiert. Professor Volker Quaschning erklärt in seinen Beiträgen und Filmen sehr anschaulich Fragen zur Elekromobilität (sowie zu vielen Aspekten der Energiewende). Ein Beitrag zum Thema ist z.B. Elektroauto, Diesel oder Wasserstoff - Womit stoppen wir die Klimakrise? oder Energieprofessor Volker Quaschning im Interview: Faktencheck Elektroauto (Juni 2020)

Hat der Strom von Rothmoser das Grünstrom-Label bzw. wird der zugekaufte Ökostrom aus dem Ausland erkauft, das aus dem Handel mit Emissionszertifikaten stammt?
Rothmoser Naturstrom entspricht den strengen Qualitätsmerkmalen von ÖKOSTROM RE, dem innovativen, TÜV-zertifzierten Label für Grünstromprodukte von Klimainvest:
Die Herkunftsnachweise erfüllen die Vorgaben zur Stromkennzeichnung des Umweltbundesamtes.
Die Herkunft des Stroms ist auf eindeutig identifizierbare erneuerbare Energiequellen zurückzuführen.
Die Wasserkraftanlagen befinden sich im Alpenraum.
Die Anlagenbetreiber haben keine Atom- und Kohlekraftwerke in Betrieb.
Der Ausgleich der CO?-Vorkettenemissionen, die z. B. beim Bau der Wasserkraftanlagen entstehen, ist inklusive.
Verpflichtung zur Förderung von lokalen Umwelt – und Klimaschutzprojekten in Höhe von 0,025 ct/kWh. 
 
Könnten wir lokalen Wind und PV-Projekten nicht durch mehr Bürgerbeteiligung neuen Schwung verschaffen?
Bei allen größeren Projekten ist die Bürgerbeteiligung unabdingbar und wird mit berücksichtigt. Aktuell scheitern oder verzögern sich viele Projekte trotzdem noch, weil die politischen Rahmenbedingungen schwierig oder sogar hinderlich sind. Bürgerenergiegenossenschaften haben derzeit einen sehr schweren Stand, da ihre Projekte häufig in Konkurrenz zu privaten Investoren stehen, die durch die Niedrigzinzpolitik einen Vorteil haben.

Welche Bedeutung hat die Systemdienstleistung auf dem Energiemarkt, z.B. Speicher und schwarzstartfähige oder regelbare Anlagen mit Speichern? Ist eine Bewertung durch das EBERwerk möglich?

Im Stromnetz gibt es unterschiedliche Systemdienstleistungen, die auf unterschiedlichen Ebenen (Höchst-/Hoch-/Mittelspannung) stattfinden und wirken. Aktuell scheinen die Netzbetreiber ausreichend Systemdienstleistungen gesichert zu haben. So zeigt beispielsweise der Regelenergiemarkt mit seinen verhältnismäßig niedrigen Preisniveaus, dass ausreichend flexible Kapazitäten vorhanden sind. Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an flexiblen Einheiten in der Zukunft steigen wird. Vor allem wird Flexibilitätsbedarf sich zunehmend auch in die niedrigeren Spannungsebenen (Mittelspannung) verlagern. Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis Flexibilität, die über flexible Biogasanlagen (Zwischenspeicherung des Biogases) oder Batteriespeicher bereitgestellt werden kann, auch monetär über entsprechende Systemdienstleistungsverträge honoriert wird. Einem Anlagenbetreiber, der in die Flexibilisierung seiner Anlage investieren will, können wir derzeit - außerhalb der schon bestehenden Flexibilitätsprämie des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes - keine Garantie auf Zusatzeinkünfte auf bereitgestellte Flexibilität in Aussicht stellen. Eine konkrete quantitative Bewertung (z.B. Bedarf an flexibler Leistung gemessen in Kilowatt oder Ausprägung eines Marktpreises in Euro/kW) kann derzeit leider noch nicht abgeleitet werden. Das EBERwerk bereitet sich mit seinem virtuellen Kraftwerk (Mix aus Biogas, Windenergie, Photovoltaik) darauf vor, Flexibilität daraus bereit stellen zu können.

Zwei weitere Fragen befassten sich sehr spezifisch mit Stromgestehungskosten von Biogasanlagen. Da diese Fragen sehr in die Tiefe gehen, empfehlen wir die folgende Studie des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (ISE) für entsprechend differenzierte Antorten: