Aus alt mach neu: die rebeutel

30.11.2020 | Projekt des Monats Dezember 2020
Es gibt sie als Einkaufstasche oder als Geschenkverpackung, als Ersatz für die Brottüte oder die Plastiktüte beim Obsteinkauf: Die rebeutel (Eigenschreibweise). Hinter den farbenfrohen Einkaufsbegleitern steckt die simple Idee „aus alt mach neu". Denn die Einkaufstaschen bestehen aus alten Stoffresten – und das ist nicht ihr einziger Clou.
 
„Die Idee entstand des rebeutel entstand, da ich im Verkauf als Naturkostfachfrau täglich mit der Verpackungsflut konfrontiert bin und gleichzeitig sehe, wie viel jeder Konsument vermeiden kann", sagt Waltraud Stitzl. Als Familienmutter versucht sie selbst, möglichst „zero waste" zu leben und freut sich über jeden kleinen Erfolg, den sie erreicht: „Es macht mir richtig Spaß, wenn ich sehe, wie das Altpapier und der gelbe Sack in unserer Familie immer kleiner wird."

Doch die übliche Alternative für Verpackungsverzicht beim Einkaufen, Stofftaschen z.B. aus Bio-Baumwolle, fand die Steinhöringerin nicht überzeugend: „Das hilft zwar bei der Müllvermeidung, aber dahinter steckt eine immense Ressourcenverschwendung bei der Baumwollproduktion."

Die Lösung lag für sie daher in alten Stoffen, die bereits produziert sind, aber nicht mehr genutzt werden. „Meine Freundin Jutta Esser war sofort begeistert und wir haben begonnen, alte Gardinen und Stoffe zu sammeln", sagt sie. Beide Freundinnen dachten von Beginn an größer, schließlich wollten sie nicht nur selbst ihren Verpackungsmüll reduzieren, sondern auch regional etwas bewegen.

„Da ich unter anderem im Einrichtungsverbund Steinhöring arbeite, war für mich sofort klar, dass als Werkstätten für die rebeutel nur regionale und soziale Einrichtungen infrage kommen." Und die waren schnell begeistert. Inzwischen werden die Beutel in zehn Einrichtungen von Ebersberg über Haar und München (Stadt) bis nach Kaufbeuren gefertigt.

Verkauft werden die Einzelstücke zu einem geringen Preis in vielen Bioläden in der Region. Verglichen mit der Massenware aus Baumwolle oder Jute liegen die rebeutel preislich zwar etwas höher, dafür aber kauft man sich mit ihnen das gute Gewissen ein, ressourcenschonend zu leben und zugleich soziale Einrichtungen zu unterstützen. 
 
Kontakt:
Jutta Esser & Waltraud Stitzl, www.rebeutel.de
 
Das Projekt des Monats können Sie hier als PDF herunterladen.