Fahr einfach mit!

26.10.2017 | Projekt des Monats November 2017

Fahr einfach mit!

Mitfahrbank, die. Treffpunkt für spontane Fahr­gemeinschaften, vorwiegend im ländlichen Raum für Fahrten innerorts oder in die nächste Gemeinde, meist ausgestattet mit Richtungsschildern zum Anzeigen des gewünschten Fahrtziels.

 

So ähnlich könnte es schon bald im Wörterbuch stehen, wenn sich das Konzept durchsetzt. Als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, für alle, die kein eigenes Auto haben oder aber ihr Auto bewusst stehen lassen wollen, sind Mitfahrbänke eine Alternative. Das Konzept setzt auf das enge soziale Geflecht im ländlichen Raum. Wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, der wartet einfach, bis ein bekanntes Gesicht anhält.


Links: Die Sponsoren der ersten Grafinger Mitfahrbank, Swantje Schlederer (Wildbräu) und Fritz Lietsch (forum Nachhaltig Wirtschaften) mit Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr; rechts: Die Initiatorinnen der Transition Initiative Grafing Patrizia Laaf, Michaela Müller und Beate Eckert, die zusammen mit Stefan Korhammer von der  gleichnamigen Schreinerei auch Mitsponsor der Grafinger Bank ist.
 
In vielen Gemeinden Deutschlands gibt es sie bereits: Im Landkreis Ebersberg hat die Stadt Grafing auf Anregung der Transition Town Initiative eine erste Mitfahrbank am Stadtbahnhof aufgestellt. Weitere Standorte mit häufig nachgefragten innerörtlichen Zielen wie z.B. Friedhof, VHS in Haidling und Freibad, aber auch zu Nachbargemeinden sollen folgen.

Und so funktioniert es:

  1. Richtungsschild für die gewünschte Fahrtrichtung positionieren
  2. Warten bis jemand anhält
  3. Wenn der Fahrer/die Fahrerin vertrauenerweckend erscheint: Ziel klären und bis zum vereinbarten Zielort mitfahren.

Entsprechend gilt für Autofahrer: Sie sehen jemanden auf der Mitfahrerbank, den Sie gerne mitnehmen möchten, und fahren ohne­hin in die angezeigte Richtung. Dann genießen Sie die Fahrt in Gesellschaft bis zum vereinbarten Zielort.

„Ein Mobilitätsgewinn für die Bürger, aber auch eine Entlastung für die Umwelt. Denn sehr viele Autofahrer sind allein unterwegs und haben freie Plätze." Angelika Obermayr, 1. Bürgermeisterin der Stadt Grafing

Eine Garantie auf eine schnelle Verbindung gibt es freilich nicht. Doch das Prinzip „teilen und einander helfen" bringt uns sicher nicht  nur bei der Mobilität mehr Lebensqualität. Auch in weiteren Landkreisgemeinden wie Ebersberg, Zorneding und Oberpframmern wird diskutiert, wo geeignete Plätze für Mitfahrbankerl wären. Voraussetzung ist, dass die Bänke gut zu erkennen sind und Autos sicher anhalten können. Das Interesse ist da ‒ so könnte nach und nach ein ganzes Mitfahr-Netz entstehen! Weitere Sponsoren für die robusten Bänke aus Lärchenholz sind sehr willkommen.

Weitere Informationen:

Michaela Müller, Kontakt und Infos zu Sponsoren, Bau und vielem mehr unter www.transitiongrafing.de/mitfahrbankerl, oder

Das Projekt des Monats gibt es hier zum Herunterladen.

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